NIKOTIN & GEWOHNHEITEN
Warum fällt es so schwer, mit dem Rauchen aufzuhören?
Der Entschluss ist da. Und trotzdem kommt das Verlangen nach einer Zigarette. Dafür gibt es verschiedene Gründe – körperliche und solche, die mit Ihrem Alltag zusammenhängen.
Nikotin und körperliches Verlangen.
Nikotin kann abhängig machen. Wenn Sie aufhören, können Entzugsbeschwerden auftreten: zum Beispiel Unruhe, Reizbarkeit, gedrückte Stimmung oder ein starkes Verlangen zu rauchen. Das kann den Rauchstopp erschweren, auch wenn Sie ihn selbst wollen. [1]
Deshalb greift die Vorstellung zu kurz, man müsse sich einfach nur fest genug vornehmen, keine Zigarette mehr anzufassen. Es lohnt sich, auch das körperliche Verlangen bei der Vorbereitung zu berücksichtigen.
Die Zigarette hat oft einen festen Platz im Tag.
Zum Kaffee, nach dem Essen oder in einer Pause: Rauchen kann an bestimmte Situationen gekoppelt sein. Beim Aufhören fehlt dann nicht nur das Nikotin, sondern auch eine vertraute Handlung. Eingeschliffene Gewohnheiten zu verändern ist eine zusätzliche Herausforderung. [2]
Vielleicht ist die Zigarette für Sie auch ein Zeichen dafür, dass eine Aufgabe geschafft ist oder Sie sich kurz zurückziehen dürfen. Welche Bedeutung sie hat, ist eine persönliche Frage. Es lohnt sich, diese Situationen genauer anzusehen, statt jede Zigarette gleich zu behandeln.
Was passiert kurz vor dem Griff zur Zigarette?
Eine Vorbereitung auf den Rauchstopp kann darin bestehen, typische Auslöser zu erkennen und den Umgang mit schwierigen Situationen vorab zu planen. Beratungsangebote können dabei unterstützen. [3]
Drei Fragen zum Nachdenken
- In welchen Situationen greife ich besonders häufig zur Zigarette?
- Was wünsche ich mir in diesem Moment – eine Pause, Kontakt oder Abstand?
- Wie könnte ich diese Situation ohne Zigarette gestalten?
Ein Beispiel: Wenn Sie die Zigarette als Unterbrechung bei der Arbeit erleben, könnte Ihr Plan lauten, weiterhin eine Pause zu machen und dabei kurz vor die Tür zu gehen – ohne zu rauchen. Probieren Sie aus, was zu Ihnen passt. Das Verlangen kann dabei trotzdem auftreten.
Auch frühere Aufhörversuche können Hinweise geben: Was hat Ihnen geholfen? Wann wurde es schwierig? Welche Unterstützung hat Ihnen damals gefehlt?
Sie können verschiedene Hilfen nutzen.
Beratung, Kurse und Programme können bei der Vorbereitung und beim Durchhalten helfen. Eine Nikotinersatztherapie kann Entzugsbeschwerden lindern und die Chancen auf einen Rauchstopp erhöhen. Auch Medikamente kommen infrage. Welche Unterstützung für Ihre gesundheitliche Situation geeignet ist, können Sie ärztlich besprechen; zu Nikotinersatzprodukten berät auch die Apotheke. [1] [3]
Sie müssen das Aufhören nicht allein schaffen. In einem Beratungsgespräch können Sie besprechen, was Ihnen schwerfällt und welche Unterstützung dazu passt.
Dieser Artikel bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.
Weiterlesen: Die ersten Tage ohne Zigarette →
Quellen & weiterführende Informationen
- IQWiG: Wie gut hilft eine Nikotinersatztherapie bei der Raucherentwöhnung?
- IQWiG: Rauchen
- IQWiG: Wo finde ich Unterstützung für den Rauchstopp?
- Cochrane: Hypnotherapie zur Rauchentwöhnung, Review 2019
Quellen abgerufen am 9. September 2026. Die Cochrane-Übersicht berücksichtigt Studien bis Juli 2018.